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27. Adair

  Fast drei weitere Tage waren vergangen, als Sorcha die erste Botschaft von Shanna vernommen hatte. Es erleichterte sie zwar im ersten Augenblick, aber die Gefahr war noch lange nicht vorüber und wer wusste schon, was sie in diesem H?llen-Labyrinth erwartete. Dadurch, dass sie keine n?heren Informationen hatten, musste sie von allem ausgehen. Egal ob vom Guten oder Schlechten… alles war machbar. Solange die Rudelverbindungen zu Neil und Shanna erhalten blieben, war es ein schwacher Trost. Immerhin waren beide noch am Leben und sie atmeten noch. Aber wer wei?, ob sich das nicht in n?chster Zeit ?ndern k?nnte. Adair versuchte, jeden Funken seiner Alphamacht aufzubringen, sodass er diese Verbindungen hielt… gleichzeitig zu Larna, die ohne Abschweife nichts ver?nderte. Au?er dass sie hin und wieder Mahlzeiten zu sich nahm.

  Ein müder Seufzer entwich seinen Lippen, w?hrend Adair sich in seinem Schreibstuhl seines Arbeitszimmers zurücklehnte und mit beiden H?nden durch sein schwarzes Haar strich. Es war noch am frühen Vormittag, aber er verbrachte seine Zeit damit, die letzten Dokumente zu sortieren, die sie für das morgendliche Treffen des alten Rates brauchten. Schon morgen gegen die gleiche Zeit bef?nden sie sich auf dem ehemaligen Gel?nde des MacCulloch-Clans. Enya und die zwei Druiden hatten die gute Vorarbeit geleistet und einige der bestimmten Geb?ude auf den kleinen Fleck dort mit ihrer Magie hingeschafft. Ebenso den Schleier des Verborgenen aufgebaut, sodass kein menschliches Wesen erahnte, was sich dort befand und abspielte. Alle anderen Vorkehrungen waren auch beendet und Adair verlie? sich mit gro?em Vertrauen darauf, dass alles reibungslos verlief. Zumal viele der gleichen Meinung waren, dass sie trotz allem immerhin noch mit Vorsicht an die Sache herangingen. Irgendwas hatte der alte Rat mit Sicherheit geplant und die schnelle Zustimmung und dazu auch, dass sie mit dem Treffpunkt einverstanden waren. Sie würden an einer bestimmten Stelle am Waldrand abgeholt werden und dann zu dem Ort ihrer eigenen Wahl.

  Ein selbstbewusstes, lautes Klopfen ert?nte an seiner Arbeitszimmertür und riss Adair aus seinem Gedankengang und den Vorbereitungen. Sofort spürte er die Pr?senz dahinter, lehnte sich zurück, w?hrend seine Unterarme locker auf dem Schreibtisch lagen. ?Herein“, befahl er und keine Sekunde sp?ter ?ffnete sich die Tür. Wie vermutet stand die betroffene Person im Rahmen. Ein gewisses L?cheln erschien auf seinen Lippen und seine eisblauen Augen funkelten wissend. Alpha Tao… seit gestern Abend waren alle restlichen Rudelmitglieder vom Huang-Rudel wieder vereint worden. Ebenso die seiner eigenen Clanmitglieder. Es war am gestrigen Abend ein erfreuliches und glückliches Wiedersehen gewesen. Alle fielen sich in die Arme und auch Tr?nen der Erleichterung wurden vergossen. Ganz gleich, welchem Rudel sie angeh?rten. Bisher lebten alle ruhig und zufrieden miteinander. Egal ob Wolf oder Katze, was recht glatt verlief. Besser als einige vermutet hatten.

  ?Ich habe mir schon gedacht, dass ihr mich heute aufsucht“, erklang seine eigene Stimme tief und dunkel, seine Hand erhob sich und deutete auf einen der freien grünen, bequemen Sessel vor seinem Schreibtisch.

  Alpha Tao kam seiner Aufforderung nach, worauf sich seine athletische Statur mühelos und lautlos darin gemütlich machte und eines seiner Beine l?ssig über das andere schlug. Einige katzenhafte Bewegungen. Er war nicht sonderlich gro?… vielleicht an die Ma?e von einem Meter achtundsechzig. Seine gelbgrünen Augen leuchteten in einem sanften Ton. ?Danke, ich habe vielleicht erhofft, kurz etwas von deiner Zeit zu nehmen“, sagte Tao vielseitig.

  ?Natürlich“, kommentierte Adair mit einem zustimmenden Nicken seines Kopfes. ?Aber habt ihr euch soweit eingew?hnt, oder braucht ihr noch etwas? Ihr seid zwar erst seit gestern Abend hier, aber sollte etwas mangeln, versuchen wir es zu organisieren“, warf er sorgenvoll ein. Immerhin erhofften sie, dass sie sich wohl fühlten.

  Eine Hand erhob sich von Tao, die er flach hielt, sein weinrotes Hemd lag angespannt auf seinem Oberk?rper, w?hrend oberhalb seine t?towierten Zeichnungen hervorlugten. Eine künstlerische Inspiration und dazu seine funkelnden Ohrringe in seinen Ohren. Alles an seinem Aussehen, dazu sein kurzes schwarzes Haar… all das machte ihn wirkungsvoll beeindruckend. ?Keine Sorge, alle meine Rudelmitglieder sind sehr zufrieden und glücklich. Am meisten waren sie erfreut, wie ihr sie aufgenommen habt und auch dass einige W?lfe in ihrer tierischen Gestalt mit ihnen laufen waren. Sie haben ihnen alle vertrauliche und sichere Wege gezeigt. Ebenso für das Abhalten unserer heiligen Zeremonie. Dafür will ich mich von allen bedanken. Ihr habt uns mehr gegeben, als wir erwartet haben“, sagte Tao mit ehrfürchtiger Stimme und senkte seinen Kopf als Verneigung.

  Ein leises Lachen l?ste sich aus Adairs Brust und kleine Lachf?ltchen erschienen an den R?ndern seiner Augen. ?Schon in Ordnung, wir Gestaltenwandler müssen zusammenhalten und es würde uns nichts nützen, wenn immer mehr von uns verschwinden. Hauptsache, ihr konntet alles formell erledigen. Daher fühlt euch, solange ihr es braucht, wie zu Hause.“ Adair lie? Alpha Tao nicht aus den Augen und legte seine gro?en H?nde flach auf seinen Schreibtisch, worauf noch einige unsortierte Berichte lagen. ?Aber… ich habe mal eine andere Frage an euch.“

  ?Bitte keine H?flichkeiten“, verlangte Tao mit einem leisen Murren in seiner Bitte. ?Wir haben so viel zusammen durchgemacht und erlebt, dass diese F?rmlichkeit unangebracht ist. Zumal ich denke, dass wir uns eher unterordnen sollten. Immerhin befinden wir uns auf eurem Rudelgel?nde und von Natur aus sind wir auch nicht gerade die engsten Freunde. Dennoch überbrückt sich hier alles, als würde es diese Grenzen nicht geben. Es hat mich ehrlich gesagt gestern Abend schockiert, wie… normal alles hier verlief. Ich hatte mit mehr Widerstand und Missmut eurerseits gerechnet. Immerhin seid ihr nicht gerade ein kleiner Rudelclan. Nicht, was ich jedenfalls zu Gesicht bekommen habe“, erwiderte Tao seine Bedenken.

  Adair atmete einmal tief durch und winkte ab. ?Ich kann deine Bedenken durchaus nachvollziehen, aber wir vertrauen mehr auf den Zusammenhalt und die Gemeinschaft unseres Clans. Es würde niemanden etwas bringen, wenn alle gegeneinander arbeiten. Jeder braucht seine eigenen Aufgaben und worin er seine St?rken besitzt. Ich habe von meinem Vater gelernt, dass jedes Kettenglied eine bedeutende Rolle spielt, was nur als Ganzes funktionieren kann. Würde eines fehlen, würde es stets mehr in sich zusammenbrechen. Also achten wir aufeinander und tun das, was wir am besten k?nnen“, argumentierte Adair, denn er hatte es selbst einmal schmerzhaft erfahren, als er Sorcha mit seiner Ablehnung aus dem Rudelclan vertrieben hatte. Aye, unbewusst, aber klar auf jeder emotionalen Ebene.

  ?Weise Worte“, ert?nte ein wehmütiges Katzenger?usch aus seinem Mund. ?Es… es tut mir wirklich aufrichtig leid um euren Vater, Alpha Adair. Als ich davon h?rte… den Angriff auf euch und meine Mitglieder, wie erbittert ihr gegen die viele Anzahl von J?gern gek?mpft habt und sie verteidigt habt… überschattete mich schon“, meinte Tao leise, aber aufrichtig. Seine Augen verstr?mten ebenfalls Betrübnis. ?Es tut mir leid, dass wir euch in solche gro?en Schwierigk…“

  ?Genug“, knurrte Adair unterbrechend und sein Wolf regte sich ungemütlich in seinem Inneren. ?Die Worte nehme ich dankend an, aber vergesst sofort die n?chsten Worte, die ihr aussprechen wolltet. Es ist nicht deine Schuld oder die der anderen deiner Rudelmitglieder. Wir wissen überhaupt nichts über die kleinsten Hintergründe und von wo aus die J?ger schon gelauert und gewartet hatten. Wichtig und Fakt ist, dass wir nicht noch mehr oder alles verloren haben. Aye, ich trauere noch um meinen Vater, aber ich werde sein Andenken und welchen Beitrag er in dieser Schlacht geleistet hat, nicht schm?lern. Nur weil in uns ein Funke von Bedauern und Reue aufkeimt. Mein Vater… Lachlan hat alles in dieser blutigen Schlacht gegeben… alles verteidigt, was er aufbringen konnte. Um unsere sowie eure Mitglieder zu beschützen. Nimm es dankend an, Alpha Tao. Mehr verlange ich nicht und auch aufgrund der Ehre.“

  Ein Schweigen hatte sich im Raum ausgebreitet, w?hrend sie sich beide gegenseitig in die Augen starrten. Als fochten sie einen inneren Kampf aus. ?Ihr habt Recht“, gab Alpha Tao nach einer Weile auf und senkte seine Augenlider, womit er die Kampfposition unterbrach. Seine rechte Hand erhob sich und legte sich auf die linke Seite… die Stelle über seinem schlagenden Herzen. ?Dann werde ich gewiss unserer Tradition und ihnen ebenfalls meinen Dank und als Zeichen der Ehre gedenken.“ Worte, die Adair dankend mit einem Nicken annahm. ?Doch, welche Frage wolltet ihr mir stellen?“, fragte Alpha Tao nun aufmerksam.

  Aye, seine Frage, die irgendwie bei dieser Ernsthaftigkeit untergegangen war. ?Es geht um eure Trauerzeremonie“, setzte Adair an und bemerkte das pl?tzliche Anheben seiner schwarzen Augenbrauen und das Runzeln seiner Stirn. Sofort erhob er seine H?nde als Zeichen der Bes?nftigung. ?Keine Sorge, es ist nichts Schlimmes oder Abf?lliges. Ich bin nur neugierig. Ihr habt eine besondere Tradition eurer Kultur und sie hat uns alle berührt. K?nnt ihr mir mehr über eure G?ttin verraten? Was hat sie für eine Erscheinung?“

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  Dass Tao jetzt irritiert und verwundert schaute, konnte Adair sich durchaus denken. ?Eine ungew?hnliche Frage, aber ja, wir besitzen eine G?ttin. In unserem Land kennen wir sie unter Baihu. Sie ist ein Katzengott und Erschafferin aller Katzenwandler. In Legenden wird sie als gro?er wei?er Tiger beschrieben. Ihr Erscheinen ist erhaben, wundersch?n und ehrfurchtsvoll. Aber warum wollt ihr das wissen?“

  ?Ist eure G?ttin… Baihu euch schon einmal erschienen?“, fragte Adair mit einer Gegenfrage, weil es ihn schon neugierig machte und was es damit auf sich hatte, dass Sorcha und er sie an einem Abend der Trauerzeremonie gesehen hatten. Ihm war sofort klar gewesen, niemand hatte sie gesehen und ihr Verschwinden beobachtet.

  Die Falten auf Taos Stirn wurden tiefer. ?Also… nicht dass ich wüsste. Unsere G?tter zeigen sich nur in absoluten seltenen F?llen. Sofern sie es uns gestatten, aber wir spüren trotzdem ihre Pr?senz, wenn sie in der N?he erscheint. Immerhin sind wir ein Teil unserer Katzenmutter Baihu. Vermutlich… so ?hnlich wie bei eurer Mondg?ttin. Oder nicht?“ Er legte eine Hand auf seinem Scho? ab und die andere fuhr reibend über sein stoppeliges Kinn, w?hrend Tao gedanklich darüber nachdachte.

  ?Aye“, bekr?ftigte Adair seine Worte. ?Bei uns kam es zwar etwas ?fter vor, dass wir das Vergnügen mit unserer Mondg?ttin hatten, aber sie gew?hrt uns auch nur Einblicke, wenn sie es gestattet. Aber…“, unterbrach er sich einen Moment selbst. ?Warum ich eigentlich gefragt hatte, war… weil Sorcha und ich einen riesigen wei?en Tiger bei der Trauerzeremonie gesehen haben.“

  Sofort riss Alpha Tao die Augen ungl?ubig auf und ihm schien die Luft wegzubleiben, weil er schockiert zischte. Adair konnte sogar seinen deutlich schnelleren Herzschlag h?ren. ?Ich… verstehe“, murmelte Tao und versuchte, sich wieder unter Kontrolle zu bringen. ?Daher diese Fragen… nun“, grübelte der Katzenwandler nach. ?Das bedeutet wirklich, dass euch die Ehre zuteilgeworden war. Hat sie mit euch gesprochen?“

  ?Nur, dass sie sich bedankt hatte und dass sie ihre Kinder jetzt mit nach Hause nehmen kann“, erwiderte Adair wahrheitsgem??.

  Die Lippen von Tao pressten sich zusammen. ?Das bedeutet wohl, dass wir sie zu lange haben warten lassen, sodass sie die Seelen von unseren Mitgliedern holen konnte. All die, die wir unterwegs verloren haben und darauf warteten, von Baihu aufgenommen zu werden. Auch ein Zeichen, dass wir mehr auf unsere Traditionen achten und wahren sollten“, best?rkte das seine Vermutung. ?Zumal… dass wir euren Rudelclan vertrauen k?nnen, wenn sich unsere G?ttin offenbart hat.“

  ?Bitte entschuldige, wenn es so rüberkommt, als würden wir W?lfe uns in den Vordergrund stellen, sodass ihr euch fügt. Das war nicht meine Absicht… nur eher meine Neugier“, stellte Adair sofort richtig, weil er den Eindruck hatte, es k?me einer übernahme gleich.

  ?Nein nein, das habe ich als solches nicht aufgefasst. Eher meine Ansicht klarer vor Augen gehalten und wie ich... es als Alpha nun handhaben muss. Wenn sie euch akzeptiert hat, werden wir es ebenfalls tun. Zumal sich ja schon viele gut damit eingearbeitet haben. Viele fühlen sich unter euch wohl und aufgenommen“, widerlegte Tao Adairs Befürchtung und atmete leicht auf, w?hrend seine K?rperspannung sich zunehmend lockerte. ?Aber wir würden euch auch nicht lange aufdr?ngen und werden natürlich nebenbei einen anderen Ort finden, wo wir ein neues Heim aufbauen k?nnen. Immerhin habt ihr ebenfalls viel zu tun, zu versorgen und braucht keinen zus?tzlichen Ballast.“

  ?Apropos neues Heim“, wiederholte Adair Taos Worte und beugte sich nach vorne… n?her an seine Schreibplatte heran und hob einige seiner Dokumente an. Erst nach mehreren Suchen fand er die grüne Mappe und reichte sie dem anderen Alpha weiter. ?Bitte schau dir das einmal an und ich würde gerne einmal deine Meinung darüber h?ren“, bat er ihn und lehnte sich wieder in seinem bequemen Lederstuhl zurück und legte seine Unterarme auf beiden Lehnen ab.

  Sichtlich verwundert hatte der Katzenwandler die Mappe entgegengenommen… skeptisch, aber sichtlich neugierig ?ffnete er sie und überflog im ersten Anschein nur die Papiere darin. Seine goldgrünen Augen weiteten sich und Tao keuchte erschrocken auf, als er verstand. ?Ist… ist das… was ich… vermute?“, stockte und zitterte die Stimme des Katzenwandlers, w?hrend das Papier in seinen H?nden raschelte und er jede einzelne Seite durchbl?tterte.

  ?Aye, falls sich die Papiere nicht irgendwie eigenst?ndig vertauscht haben, steht noch das Gleiche darin. Diese Mappe habe nicht ich erstellt, sondern meine liebreizende Gef?hrtin“, gluckste Adair amüsiert und spürte sein eigenes eisblaues Aufblitzen seiner Augen. Sein inneres Grollen, das sich vor Stolz aus seiner Brust erhob. Seine Bestie lag innen zufrieden zusammengerollt und brummte leise vor sich hin. ?Sie hat viel mit euren Clanmitgliedern gesprochen und wir würden euch dieses Angebot machen, solange ihr hierbleiben wollt. Wer wei?, wie lange ihr hier seid, sollt ihr trotzdem ein Heim bekommen... und zwar artgerecht für euch Katzenwandler.“

  Adair schaute in verwirrte und v?llig irritierte... katzenhaften Augen seines Gegenübers. ?Ich… ich verstehe das nicht“, gab Tao nach wenigen Minuten zu, die er schweigend verbracht hatte. ?Zumal… ich muss ehrlich sagen… deine Gef?hrtin ist… ungew?hnlich“, sagte der Katzenwandler, aber Adair konnte daraus keine Beleidigung entnehmen. ?Und ihr akzeptiert das einfach so als Alpha? Ohne vorher etwas davon abgestimmt zu haben?“ Er hob die Hand, in der sich die grüne Mappe befand.

  Adair zuckte nur mit den Schultern und ein breites L?cheln überflog sein Gesicht. ?Warum sollte es? Sorcha ist unsere Luna und wir sind auf gleicher Position. Ist doch keine verkehrte Sache. Zumal ich immer wieder selbst erstaunt über meine Gef?hrtin bin, weil sie mühelos an andere denkt, worin ich viel l?nger gebraucht h?tte. Sagen wir so, wir erg?nzen uns und das sind gemeinsame Entscheidungen, die wir treffen. Ohne dass gro?artige Diskussionen entstehen.“ Adair deutete zeitgleich mit einem Finger auf die Einwilligung der Papiere. ?Dadurch würdet ihr keinen sonderlichen Platz nehmen und ihr k?nnt euch in euren eigenen vier W?nden besser einleben, einrichten und bewohnen. Es ist bemerkenswert, aber das hat schon einen gro?en Stellenwert, weil ihr Katzenwandler seid… ganz anders als wir W?lfe, die mehr den Boden lieben, auf dem wir gehen. Aber ihr baut euch Heime in den B?umen auf. Dadurch, dass wir so eine Perspektive nicht nutzen, kommt es für euch eher gelegen, wenn ihr über uns Baumh?user baut und mit Holzleitern oder Holzwegen... was auch immer... miteinander verbindet, wenn ihr eure Katzenseelen baumeln lasst oder eben über die Wege andere Mitglieder erreicht. Ihr seid da ja sicherer auf euren vier Pfoten“, schmunzelte Adair bei dieser gedanklichen Aussage.

  ?Ihr meint, wie das hier?“ Tao lachte leise, als er ein Blatt aus der Mappe nahm und es zu ihm umdrehte, damit er sah, was darauf abgebildet war. Dort war eine Zeichnung von zwei B?umen vorhanden, die einen gewissen Abstand zueinander hatten und an beiden stabilen Baumst?mmen eine Konstruktion... eine Holzhütte verankert war. Zwischen den beiden H?usern war eine Holzbrücke mit den Hütten verbunden, w?hrend oben das Licht der Sonne einfiel und auf der Brücke eine schlafende Katze lag, die ihre Katzenseele im wahrsten Sinne baumeln lie?. Pfoten und Schwanz hingen tr?ge zum Boden.

  Das lie? Adair noch lauter lachen, als er diese Abbildung sah. ?Aye, genau das. Sorcha hatte sich mit einem weiblichen Mitglied zusammengesetzt und diese Pl?ne ausgearbeitet. Nur eine grobe Vorstellung ihrerseits. Aber falls ihr dieses Angebot annehmt, dann werden natürlich alle Pl?ne neu erarbeitet und nach euren Wünschen umgestaltet. Immerhin sollt ihr euch darin wohlfühlen und nicht wir. Wir bleiben liebend gerne weiter mit unseren Pfoten auf der Erde verwachsen.“

  ?Das… das ist wirklich ein schmeichelhaftes Angebot von euch, aber wir wollen euch nicht zus?tzliche Arbeit machen. Zumal k?nnte ich ohnehin das nicht alleine bestimmen und müsste das mit meinem Rudel besprechen“, sprach Tao ehrlich und blickte noch einmal mit nachdenklichem Blick auf die Mappe, die er dann zuklappte.

  ?Nur zu, nimm die Mappe mit und besprich das mit deinen Rudelmitgliedern. Au?erdem haben wir keine zus?tzliche Arbeit. Immerhin, seit ihr hier seid, unterstützen viele deiner Mitglieder unser Rudel bei ihren Aufgaben. Ebenso eure Katzenjungen, die sich mit unseren Welpen zusammengeschlossen haben und alle gemeinsam das Rudelgel?nde weihnachtlich schmücken. Bisher, was ich gesehen habe, ist viel zusammengekommen, aber das ganze Ausma? werden wir wohl an den weihnachtlichen Feiertagen sehen, die in fast zwei Wochen stattfinden werden. Ihr seid deshalb ebenfalls an diesen Tagen eingeladen, wenn ihr wollt. Alle würden sich freuen“, redete Adair seine Rede und Antwort und konnte nur das weitergeben, was von seinen eigenen Clanmitgliedern kam. Bisher hatte er nur Positives und Gutes vernommen.

  Alpha Tao stand von seinem bequemen Sessel auf und stellte sich gerade vor seinem Schreibtisch hin. Erhobenen Hauptes, w?hrend er seine rechte Hand ausstreckte. Verwundert hob Adair kurz seine schwarzen Augenbrauen und erhob sich mit seinem schweren Gewicht knarzend aus seinem ledernen Stuhl. Sofort ergriff Adair mit seiner rechten Hand Taos unteres Handgelenk und griff vertrauensvoll zu. Ihre beider Blicke verwoben sich miteinander. Ein stummes übereinkommen und eine Dankbarkeit, die ohne Worte tief reichte.

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