Kapitel 13 – Athit
Jayden schlief kaum in den Tagen nach seiner Ankunft bei seinen Eltern.
Er redete wenig, a? kaum, und jedes Mal, wenn seine Mutter ihn ansah, schien sie etwas sagen zu wollen – doch sie tat es nicht. Vielleicht spürte sie, dass Worte ihn im Moment nur noch weiter zerbrechen würden.
Nachts lag er wach.
Das Zimmer war dunkel, das Fenster leicht ge?ffnet, sodass kalte Luft über seine Haut strich.
Doch egal, wie fest er die Decke um sich zog – die K?lte wich nicht.
Sie kam von innen.
Die Angst, der Druck, der Schmerz…
sie hatten Spuren hinterlassen.
Tiefe Spuren.
In einer dieser N?chte geschah etwas, das alles ver?nderte.
Es begann mit einem Ger?usch.
Ein kaum h?rbares Knistern – so leise, dass Jayden zuerst dachte, er h?tte es sich eingebildet.
Dann h?rte er eine Stimme.
?Jayden…“
Er fuhr hoch. Sein Herz raste sofort, als würde jemand in der Dunkelheit neben seinem Bett stehen.
Doch das Zimmer war still.
Leer.
?Hallo…?“, flüsterte er, seine Stimme brüchig.
Keine Antwort.
Nur Stille.
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Er atmete tief durch, legte sich wieder hin und schloss die Augen.
Doch dann kam das Flüstern erneut.
Diesmal klarer.
W?rmer.
Beruhigend.
Hab keine Angst.
Jayden setzte sich wieder auf. Die Decke rutschte von seinen Schultern.
?Wer… wer ist da?“
Ein schwaches Licht erschien im Zimmer.
Nicht wie eine Lampe.
Nicht wie Mondlicht.
Es war weich.
Sanft.
Ein leiser Schimmer, der von innen heraus zu glühen schien.
Für einen Moment dachte Jayden, er tr?ume.
Oder sein ersch?pfter Geist versuche, ihm ein Bild zu schenken, damit er nicht v?llig auseinanderfiel.
Doch das Licht sprach wieder.
Ich bin Athit.
Und ich bin hier, um dich zu beschützen.
Jayden hielt den Atem an.
Athit.
Ein Name, den er nie zuvor geh?rt hatte – und doch fühlte er sich seltsam vertraut an.
Als w?re er tief in seinem Herzen verborgen gewesen, in einem Raum, den er selbst nie betreten hatte.
?Beschützen… wovor?“, flüsterte Jayden.
Das Licht pulsierte sanft.
Warm.
Tr?stend.
Vor dem, was n?her kommt.
Vor dem Schatten, der dich schon l?ngst bemerkt hat.
Und vor der Dunkelheit, die nicht von dieser Welt ist.
Jayden schüttelte den Kopf. Tr?nen stiegen wieder in seine Augen.
?Ich kann nicht… Ich bin zu schwach. Ich verliere schon jetzt den Verstand…“
Das Licht kam n?her.
Es berührte ihn nicht – und doch spürte er es.
Wie einen warmen Hauch auf seiner Haut.
Wie eine Hand, die über seine zerbrochene Seele strich und sagte:
Du bist nicht allein.
Du bist nicht schwach.
Du bist erwacht.
Und das ist der Anfang.
Jayden schloss die Augen und lie? die W?rme in sich hineinfallen.
Zum ersten Mal seit Wochen atmete er wieder ruhig.
Es fühlte sich an, als würde jemand die F?den seines zerfetzten Herzens vorsichtig wieder zusammenhalten.
Doch seine Ruhe hielt nur einen Moment.
Denn Athits Stimme wurde ernster.
?Jayden…“
Jayden ?ffnete die Augen.
Der Tag wird kommen, an dem du zurückkehren musst.
Zu Chen.
Zu Jonathan.
Und in eine Welt, die du noch nicht kennst.
Jayden schluckte.
?Warum ich?“
Das Licht schimmerte sanft.
Weil das Licht dich gew?hlt hat.
Und der Schatten wei? es bereits.
Ein Zittern lief durch Jaydens K?rper.
Nicht vor Angst.
Diesmal war es etwas anderes.
Schicksal.
Wahrheit.
Ein Anfang.
Athit flüsterte ein letztes Mal:
Ruh dich aus, Jayden.
Bald beginnt dein Weg.
Und noch bevor Jayden etwas sagen konnte, verschwand das Licht.
Nur die W?rme blieb zurück.
Eine W?rme, die sich tief in ihm festsetzte –
als h?tte jemand ein kleines Stück Hoffnung in seine Brust gelegt.
Jayden legte sich wieder hin.
Er wusste noch nicht, was all das bedeutete.
Noch nicht, wohin es führen würde.
Noch nicht, dass Chen und Jonathan l?ngst Teil eines viel gr??eren Spiels waren.
Aber zum ersten Mal seit langer Zeit…
schlief er ein.
Ohne zu zittern.

